Ostseeumrundung Sommer 2008– 10 Länder – ca. 6000 km

 

1. Tag: Freiburg/CH – Lörrach/D – Hamburg/D 142 + 814 km (mit Autozug)

Kurz nach 16 Uhr geht es los. Am ersten Tag wird wenig gefahren, nach 142 km komme ich in Lörrach an und das Motorrad wird auf den Autozug nach Hamburg verladen. Es ist sehr heiss, und bis der Zug abfährt dauert es noch eine gute Weile. Das Abteil ist mit 5 Personen voll besetzt. Etwa eine Stunde nach Abfahrt klappen wir die Betten herunter, aber mit dem Einschlafen happert es noch. Gegen fünf Uhr morgens hält der Zug in Hildesheim und ein paar Leute aus dem Abteil steigen aus. Gut zwei Stunden später treffen wir in Hamburg Altona ein.

 

Am Bahnhof Lörrach/D

Bereit für die Abreise

Ankunft in Hamburg Altona/D

2. Tag: Hamburg/D – Malmö/S 347 km

Von Hamburg Altona geht es zuerst nach Lübeck. Das Wetter ist wolkenlos und recht warm. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt und ein paar Fotos vom Turm der St. Petri Kirche fahre ich auf der Autobahn weiter nach Puttgarden, von wo ich die Fähre (ca. 45 Min.) nach Rødby in Dänemark nehme. Von Dänemark sehe ich nicht sehr viel, ich fahre auf der Autobahn bis Kopenhagen und dann gleich über die Oeresundbrücke nach Malmö in Schweden. Dies ist die erste Station meiner Reise. Da es noch ziemlich früh ist habe ich genügend Zeit für die Besichtigung der Altstadt und um den Sonnenuntergang am Strand zu geniessen.

In Lübeck/D

Fähre nach Dänemark

Oeresundbrücke von Kopenhagen nach Malmö/S

Im Zentrum von Malmö/S

3. Tag: Malmö/S – Kalmar/S 270 KM

Am Morgen geht es bei herrlichem Sonnenschein und ein bisschen kühleren Temperaturen weiter nach Ystad, einem schönen Küstenstädtchen an der Ostsee. Dann weiter nördlich nach Simrishamn und Karlskrona, teils auf Autobahnen, teils auf Landstrassen, meistens mit wenig Verkehr. Die heutige Tagesetappe endet in Kalmar, einer historischen Kleinstadt gegenüber der Insel Oeland. Mein Hotel ist das altehrwürdige Frimumare, gleich auf dem Hauptplatz von Kalmar. Am Abend ist in den Strassen und auf den Plätzen recht viel los; Touristen und Einheimische geniessen den warmen Sommerabend auf den Terrassen und in den Gartenrestaurants.

Altes Haus in Ystad/S

Im Zentrum von Ystad/S

Hauptplatz von Kalmar/S

Mein Hotel in Kalmar/S

4. Tag: Kalmar/S – Stockholm/S 490 KM

Am Morgen ist das Wetter noch sonnig und warm. Nach einem kurzen Spaziergang in Kalmar geht es über eine 6 km lange Brücke auf die Insel Oeland. Anschliessend fahre ich wieder zurück aufs Festland, und über Oskarshamn nach Norrköping. Von der Stadt sehe ich nicht viel, da sich in der Zwischenzeit das Wetter verschlechtert hat und ich vor dem Regen in Stockholm ankommen möchte. Ich komme noch trocken an, und steige im Hotel Ibis etwas ausserhalb des Stadt ab. Mit der U-Bahn bin ich in einer Viertelstunde im Zentrum und habe Zeit, die Altstadt zu besichtigen. Das Wetter ist recht frisch geworden. Bald machen sich die acht Stunden im Sattel bemerkbar und ich bin ziemlich früh im Bett.

Ankunft in Oeland/S

Strasse auf Oeland/S

Alte Mühle auf Oeland/S

Strasse in Schweden

Altstadt von Stockholm/S

5. Tag: Stockholm/S – Turku/FIN (Fähre)

Am Vormittag ist es wieder sonniger, aber immer noch recht kühl. Heute steht Stockholm auf dem Programm. Ich fahre in die Stadt, stelle das Motorrad beim Bahnhof ab und mache eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Am späteren Nachmittag fahre ich zum Hafen, und nach einer kurzen Wartezeit bin ich auf der Fähre nach Turku. Zum Glück habe ich eine Kabine mit Seesicht reserviert, so kann ich die Fahrt durch die Schäreninseln geniessen. Um diese Jahreszeit wird es nur für sehr kurze Zeit dunkel. Gegen drei Uhr morgens machen wir einen Zwischenstopp in Mariehamn auf der Insel Åland.

Stockholm/S

Fähre im Hafen von Stockholm

Kurz nach Stockholm

Fähre nach Turku/FIN

Kleine Insel zwischen Stockholm und Turku

6. Tag: Turku/FIN – Helsinki/FIN 173 KM

Um 7.15 Uhr kommt das Schiff pünktlich in Turku an. Es ist wolkenlos, aber sehr frisch. Ich spaziere in der Stadt und warte, bis die Sonne die Luft ein bisschen aufgewärmt hat. Auf der Hauptstrasse geht es weiter Richtung Helsinki. Die Landschaft ist leicht hügelig, und es wechseln sich Felder und Wälder ab. Es herrscht sehr wenig Verkehr auf den Strassen, ausser kurz vor Helsinki. Gegen zwei Uhr treffe ich in Helsinki ein und mache mich auf die Suche nach einem Hotel. Das Preisniveau in Finnland ist höher als in Schweden. Ich finde das ruhige Hotel Rivoli Jardin, wo ich das Motorrad im Innenhof abstellen kann.

Marktplatz von Turku/FIN

Noch ein bisschen kalt für ein Eis

Strasse in Finnland

Kleiner Flugplatz in Südfinnland

Kathedrale von Helsinki/FIN

Im Zentrum von Helsinki/FIN

7. Tag: Helsinki/FIN – Lappeenranta/FIN 230 KM

Den Vormittag verbringe ich noch in Helsinki. Vor allem das Gebiet um den Hafen und die Kathedrale sind sehr sehenswert. Das Wetter ist bedeckt und kühl, aber trocken. Gegen Mittag fahre ich weiter nach Osten. Nach einem Stopp in den Küstenstädten Kotka und Hamina komme ich am späteren Nachmittag in Lappeenranta an. Die Stadt ist mit ca. 60’000 Einwohnern eine der grössten Ortschaften in der Region. Nachdem ich im Hotel Sokos einchecked habe, besichtige ich zwei Grenzübergänge zu Russland. Kilometerlange Lastwagenkolonnen warten auf ihre Abfertigung, Autos hat es aber nicht sehr viele. Ich werde mich morgen für einen der beiden Grenzposten entscheiden.

Hamina/FIN

Unterwegs in Finnland

See bei Lappeenranta/FIN

Bahnhof von Lappeenranta/FIN

See bei Lappeenranta/FIN

Lastwagenkolonnen an der russischen Grenze

8. Tag: Lappeenranta/FIN – Vyborg/RUS 65 KM

Am Vormittag spaziere ich in Lappeenranta und fahre ein paar Kilometer in Richtung Norden. Die Strasse führt über Brücken zu kleinen Inseln in einem riesigen See. Am frühen Nachmittag geht es zur russischen Grenze. Ich mache mich auf eine längere Wartezeit gefasst, aber nach einer knappen Stunde bin ich drin. Das schwierigste war die Zolldeklaration für das Motorrad, für den Rest interessierten sich die Zöllner überhaupt nicht. Da die grüne Versicherungskarte für Russland nicht gültig ist, wusste ich dass ich an der Grenze eine Versicherung abschliessen muss. Es ist aber weit und breit kein Versicherungshäuschen in Sicht. Etwa 20 km nach der Grenze, neben einer Tankstelle, sehe ich eins. Leider spricht die Dame nur russisch. Zufällig kommt eine nette russische Familie vorbei, die mir bei der Übersetzung hilft und zehn Minuten später habe ich meine Versicherung. Ob sie mir bei Problemen viel genutzt hätte weiss ich zum Glück nicht, sie ist aber obligatorisch und bei einer Polizeikontrolle würde sie sicher kontrolliert. Es ist nicht meine erste Reise nach Russland, aber das erste Mal mit dem Motorrad. Die erste Station meines Russlandaufenthalts ist Vyborg. War die Hauptstrasse von der finnischen Grenze bis Vyborg noch recht gut, wird sie kurz vor der Stadt katastrophal. Tiefe Löcher erlauben keine Geschwindigkeit über 30 km/h. Da gerade ein internationales Autorallye stattfindet, gestaltet sich die Suche nach einem Hotelzimmer schwieriger als vorgesehen. Schliesslich finde ich im Hotel „Vyborg“ ein Zimmer. Für 60 Rubel stelle ich das Motorrad auf einem bewachten Parkplatz ab. Am Abend treffe ich Anna und ihr Mann Slava die ich aus dem Internet kenne und wir besichtigen zusammen die Stadt. Vyborg gehörte bis zum 2. Weltkrieg zu Finnland. Viele alte Häuser und auch die Burg sind in schlechtem Zustand, aber dennoch sehr interessant.

In Richtung russischer Grenze

Altes Haus in Vyborg/RUS

Restaurant in Vyborg/RUS

Bahnhof von Vyborg/RUS

Autorallye in Vyborg/RUS

Mein Hotel in Vyborg/RUS

In der Altstadt von Vyborg/RUS

Leninstatue in Vyborg/RUS

9. Tag: Vyborg/RUS – Narva/EST 151 KM

Am Morgen weckt mich starker Regenfall. Nach dem Frühstück hat er ein bisschen nachgelassen und ich fahre in Richtung St. Petersburg los. Die Hauptstrasse ist in akzeptablem Zustand und ich komme gut vorwärts. In St. Petersburg angekommen, regnet es wieder stärker. Der Verkehr ist sehr intensiv und ich habe keine Lust nach einem Hotel zu suchen. So beschliesse ich, nach einem Fotostopp weiterzufahren und die Besichtigung von St. Petersburg auf eine nächste Gelegenheit zu verschieben.. Dank GPS finde ich den Weg ziemlich problemlos, nach anderthalb Stunden bin ich aus der Stadt heraus und fahre gleich weiter nach Ivangorod, an der Grenze zu Estland. Die Wartezeit dauert auch hier wieder eine knappe Stunde, die Papiere werden sehr genau angeschaut aber für das Gepäck oder das Motorrad interessiert sich niemand. Gleich nach der Grenze liegt die estnische Ortschaft Narva, wo ich im Hotel King im Zentrum absteige und dann die Burg Narva besichtige. Die Bevölkerung von Narva ist zu 95% russischsprachig, und zu Sowjetzeiten waren Ivangorod und Narva eine Ortschaft. Seit der Mitgliedschaft Estlands zur EU und zu Schengen sind die gegenseitigen Besuche sehr schwierig geworden, ohne Visum läuft in beiden Richtungen nichts.

Strasse nach St. Petersburg/RUS

Ankunft in St. Petersburg/RUS

Am Ufer der Newa, St. Petersburg/RUS

St. Petersburg/RUS

Unterwegs in Russland

Abzweigung nach Iwangorod/RUS

Burg von Narva/EST

Burg von Ivangorod/RUS und Grenzfluss

10. Tag: Narva/EST – Tallin/EST 230 KM

Am Morgen besichtige ich Narva und die Umgebung, dann geht es weiter nach Tallin, der Hauptstadt von Estland. Die Strassen sind gut und der Verkehr mässig. Heute zeigt sich das Wetter von der sonnigen Seite und es ist 25° warm. In Tallin angekommen finde ich ein günstiges Hotel ein bisschen ausserhalb des Zentrums. Am Abend besichtige ich die Altstadt. Sie ist sehr gut erhalten resp. restauriert und es sind sehr viele Touristen unterwegs.

Landstrasse in Estland

Altes Holzhaus in Estland

Kirche in Tallin/EST

In der Altstadt von Tallin/EST

11. Tag: Tallin/EST – Riga/LV 307 KM

Am Morgen regnet es. Zum Glück habe ich Tallin am Vorabend bei schönem Wetter besichtigt und kann gleich losfahren. Die erste Tagesetappe ist Pärnu, ein Seebad an der estnischen Küste mit schönen Holzhäusern. Leider macht das Wetter nicht so recht mit, es regnet immer wieder, bis kurz vor der Grenze zu Lettland. Schengen sei Dank gibt es überhaupt keine Grenzkontrollen mehr; welch ein Kontrast zur Russisch- Estnischen Grenze vor zwei Tagen ! Knapp vor Riga komme ich in ein Gewitter und muss für eine Viertelstunde anhalten. Nachdem ich ein schönes Hotel in der Altstadt gefunden habe, mache ich mich auf zur Besichtigung von Riga. Die Stadt gefällt mir besser als Tallin, auch hier hat es recht viele Touristen.

Holzhäuser in Pärnu/EST

Ostseestrand in Estland

Altstadt von Riga/LV

Tram in Riga/LV

Eisenbahnbrücke in Riga/LV

12. Tag: Riga/LV – Alytus/LT 400 KM

Nach einem Spaziergang zum Bahnhof und zum modernen Teil von Riga fahre ich weiter in Richtung Süden. Über kleine Landstrassen komme ich nach Litauen und meine erste Station ist der „Berg der Kreuze“ bei Siauliai. Während der Sowjetzeit wurden die Kreuze von den Behörden mehrmals entfernt, aber die Bevölkerung setze immer wieder neue auf, und so wurde der Ort zu einem nationalen Symbol. Nach der Besichtigung fahre ich weiter bis zum Endpunkt der heutigen Etappe, Alytus, eine kleine Stadt im Süden Litauens die ich von meiner letzten Reise vor zwei Jahren schon kenne.

Berg der Kreuze bei Siauliai/LT

 

Haus in Alytus/LT

Tankstopp in Litauen

13. Tag: Alytus/LT – Žiežmariai /LT 67 KM und Autoausflug nach Vilnius/LT

Am Vormittag fahre ich nach Žiežmariai, einem Dorf zwischen Kaunas und Vilnius, wo ich Bekannte von meiner letzten Reise besuche. Wir fahren zusammen zum Schloss Trakai und nach Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Am Abend gibt es ein Barbecue im Garten.

Schloss Trakai/LT

Holzhäuser in LT

Unterwegs in Litauen

Kirche in Vilnius/LT

14. Tag: Žiežmariai /LT – Lodz/PL 599 KM

Am Morgen heisst es Abschied nehmen, ich fahre in Richtung polnischer Grenze. Die erste Stadt in Polen ist Augustow, nach einem kurzen Verpflegungsstopp geht es weiter über Elk, Olsztyn und auf Nebenstrassen bis Lodz, wo ich gegen 21 Uhr ankomme. Dies war die bis jetzt längste Etappe dieser Reise. Die Strassen sind zum Teil in schlechtem Zustand und der Verkehr recht mühsam, mit vielen Lastwagen und ziemlich aggressiver Fahrweise der Automobilisten. Das Wetter hat sich bis auf ein paar Regentropfen kurz vor Lodz gehalten. Es ist das dritte Mal dass ich Polen durchquere, aber wieder habe ich de Distanzen und die Reisezeiten unterschätzt. Für die knapp 600 km habe ich gute 12 Stunden gebraucht. Als ich im Hotel Ibis in Lodz ankomme lege ich mich gleich hin.

See in Masuren/PL

Kleine Landstrasse in Polen

15. Tag: Lodz/PL – Brno/CZ 614 KM

Von Lodz habe ich nicht viel gesehen. Am Morgen fahre ich gleich weiter nach Krakau. Die Strassen sind jetzt besser, teilweise sind es gut ausgebaute Autobahnen. Krakau ist sehr schön, und es wimmelt von Touristen. Andere Städte in Polen haben mich aber mehr beeindruckt, wie z.B. Tarnow, Lublin oder Zamosc. Am Nachmittag fahre ich weiter und am frühen Abend komme ich zur tschechischen Grenze bei Ceský Tešín. Ich fühle mich noch fit und fahre weiter bis Brno, wo ich gegen 21 Uhr ankomme. Die Strassen in Tschechien sind besser als in Polen, und die Fahrweise ist „zivilisierter“…

Altstadt von Krakau/PL

16. Tag: Brno/CZ – Passau/D 347 KM

Am Morgen regnet es wie aus Kübeln und dieses Wetter wird mich mehr oder weniger den ganzen Tag begleiten. Schade, denn es geht über kurvenreiche Strässchen und schöne Landschaften bis Ceský Krumlov/CZ, einem historischen Städtchen an der Moldau. Ausser mir hat es zwar noch ein paar Tausend andere Touristen, aber ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Dann geht es bei strömendem Regen weiter, kurz über österreichisches Gebiet bis zum Ziel der heutigen Etappe, Passau am Zusammenfluss der Flüsse Donau, Inn und Ilz. Die letzte Nacht verbringe ich in einem speziellen Hotel, dem Rotel Inn. Die Zimmer sind nur gerade so breit wie das Bett, allerdings habe ich auf der ganzen Reise nirgends so günstig übernachtet wie hier: 25 Euro !

Kurzer Zwischenhalt in Tschechien

Häuser in Cesky Krumlov/CZ

Kanufahrer auf der Moldau/CZ

Donau in Passau/D

17. Tag: Passau/D – Freiburg/CH 654 KM

Auch der letzte Tag meiner Reise fängt sehr nass an. Ich fahre auf Nebenstrassen bis München, wo ich eigentlich gerne ein bisschen bleiben möchte. Wegen des schlechten Wetters fahre ich aber gleich weiter auf die Autobahn über Lindau und St. Margrethen, und nach ein paar kurzen Zwischenhalten komme ich gegen 17 Uhr zu Hause an.