Nordosteuropa – Sommer 2019 – 6 Länder – 3614 km

Die zweite Reise dieser Saison führt mich in die Länder welche ich eigentlich schon letztes Jahr besuchen wollte, aber aus Wettergründen kurzfristig umgeplant hatte. Ausser ein paar kurzen Regenschauer war es diesmal aber mehrheitlich schön und nicht zu heiss. Es sind keine neuen Länder hinzugekommen, dafür aber Gebiete die ich noch nicht kannte.

Übersichtskarte der Reise

1.Tag, Freiburg – Feldkirch und Autozug nach Wien

Bei angenehmen Wetterbedingungen und mit wenig Verkehr fahre ich am Nachmittag los und komme kurz vor 19 Uhr in Feldkirch an. Das Verladen auf den Autozug ist problemlos, allerdings wird der Bahnhof komplett renoviert und das Restaurant und die Geschäfte sind geschlossen. Aber es reicht noch für einen Imbiss ein bisschen ausserhalb und gegen 22 Uhr 30 fährt der Zug nach Wien los.

In Walenstadt

In Liechtenstein

Kurz vor dem Aufladen auf den Zug in Feldkirch

Bereit für die Abreise nach Wien

2. Tag, Wien

Pünktlich um 7 Uhr trifft der Zug in Wien ein. Ursprünglich hatte ich vorgesehen, direkt nach Tschechien weiterzufahren. Obwohl ich im Zug ziemlich gut geschlafen habe, schalte ich einen Ruhetag in Wien ein. Das Wetter ist super und ich fahre nach Orth an der Donau wo ich frühstücke. Am Nachmittag fahre ich mit der U-Bahn ins Zentrum und geniesse die Stadt.

Autoreisezuganlage im Hauptbahnhof von Wien

Vor dem Schloss Orth an der Donau

An der Donau bei Orth

3. Tag, Wien – Czestochowa/PL

Die heutige Etappe ist mit ca. 450 km nicht sehr lang und dank der sehr guten Strassen auch nicht anstrengend. Von Wien geht es auf die A5 nach Brno und anschliessend auf tschechischen Autobahnen in Richtung Nordosten weiter. Kurz nach Vyskov sehe ich unweit der Strasse einen Flugplatz mit alten Militärflugzeugen. Ich nehme die nächste Ausfahrt und fahre ein paar Kilometer zurück bis ich das Fliegermuseum erreicht habe. Es sind zahlreiche vor allem russische Flugzeuge, Helikopter, Kanonen und andere Geräte ausgestellt. Während der Weiterfahrt wird der Himmel ganz schwarz und regnet es ein paar mal, aber ich muss nur für kurze Zeit die Regenjacke anziehen. Nach Ostrava treffe ich in Polen ein, auch hier sind die Strassen sehr gut und der Verkehr nur mässig. Am frühen Nachmittag treffe ich in Czestochowa ein und besichtige die Stadt. Es ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Kirche und es sind sehr viele Pilger in traditionellen Trachten unterwegs.

Fliegermuseum in Vyskov

Wallfahrtskirche von Jasna Gora in Czestochowa/PL

Czestochowa/PL

4. Tag, Czestochowa/PL – Bialystok/PL

Der erste Teil der heutigen Strecke ist auch eine gut ausgebaute Autobahn. Warschau umfahre ich, und ausser ein paar kleineren Staus klappt auch dies problemlos. Später geht die Autobahn in eine normale Landstrasse über. Da sehr viele Lastwagen unterwegs sind, komme ich nur noch ziemlich langsam vorwärts. Am späteren Nachmittag treffe ich in Bialystok ein, der Hauptstadt von Podlachien. Es sind fast keine ausländischen Touristen zu sehen aber die Stadt ist sehr angenehm und eine gute Zwischenstation auf der Weiterreise in das Baltikum.

Tankstopp in Polen

Statue vor der Kathedrale in Bialystok/PL

In Bialystok/PL

5. Tag, Bialystok/PL – Ziezmariai/LT

Mit 15 Grad ist das Wetter am Vormittag noch recht kühl. Heute geht es über kleinere Strassen zuerst nach Augustow, der letzten grösseren Stadt in Polen auf dem Weg nach Litauen. Von dort nehme ich die Nebenstrecke nach Alytus, diese hat den Vorteil dass sie von den Lastwagen nicht benutzt wird. Waren bei meiner ersten Reise ins Baltikum im 2006 noch überall Grenzkontrollen vorhanden, merkt man heute Dank Schengen fast nichts mehr von einer Grenze. Ich fahre weiter ins kleine Dorf Ziezmariai wo ich Freunde besuche, die ich schon von meinen beiden letzten Reise nach Litauen kenne. Am Nachmittag fahren wir zusammen nach Elektrenai und spazieren am See. 

Unterwegs in den Wäldern Polens

Windmühle in Polen

Holzkirche in Giby/PL

Ankunft in Litauen

Kühle Temperaturen in Litauen

Ankunft in Ziezmariai/LT

6. Tag, Ziezmariai/LT – Vilnius – Alytus/LT

Heute machen wir einen Ausflug mit dem Auto nach Vilnius. Wir spazieren in der schönen Altstadt und besichtigen das Museum der Opfer des Genozids. Es befindet sich im Gebäude, das zuerst die Gestapo und später der sowjetische KGB für Verhöre und Folterungen von politischen Gegnern nutzten. Nachdem wir wieder in Ziezmariai zurück sind verabschiede ich mich von meinen Freunden und fahre nach Alytus wo ich meine letzte Nacht in Litauen verbringe. Es findet gerade ein Blues-Festival statt und es sind sehr viele Leute auf den Strassen.

Aussicht über Vilnius

In der Altstadt von Vilnius

Im KGB-Museum von Vilnius

In Alytus/LT

7. Tag, Alytus/LT – Danzig/PL

Die heutige Etappe ist sicher die interessanteste und reizvollste dieser Reise. Der Asphalt ist teilweise in schlechtem Zustand, aber dafür macht es Spass, mit dem Motorrad über die fast leeren Strassen zu fahren. Als ich die kleine Dorfkirche in Sventezeris/LT besichtige, ruft mich der Pfarrer in das Pfarrhaus und zeigt mir stolz seine kleine Kollektion alter Motorräder, die er selber restauriert und auch fährt. Ich fahre durch kleine Dörfer wieder in Richtung Polen und halte am Dreiländereck Polen-Litauen-Russland. Die Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad ist mit Stacheldraht und Videokameras gut bewacht und es gibt hier kein Übergang. Diese Gegend von Polen ist nur schwach bevölkert und auch die Infrastruktur ist nicht sehr gut ausgebaut. Nach Elblag wird der Verkehr wieder dichter und bis Danzig gibt es eine Autobahn. Es ist Sonntagabend und als ich in Danzig ankomme sind sehr viele Leute in den Strassen. 

Landschaft in Litauen

Alte Holzhäuser in Sventezeris/LT

Kirche von Sventezeris/LT und restauriertes Motorrad im Pfarrhaus

Bushaltestelle in Litauen

Grenze Litauen-Polen

Am Dreiländereck Polen-Litauen-Russland

Holprige Strasse durch die Wälder Polens

Vor dem Rathaus von Banie Mazurskie/PL

Am Bahnhof von Korsce/PL

Kleine Holzkirche in Godkowo/PL

8. Tag, Danzig/PL

Dies ist der erste motorradlose Tag dieser Reise. Ich mische mich unter die zahlreichen Touristen und besichtige diese wunderschöne Stadt. Ich bin das erste und sehr wahrscheinlich nicht letzte Mal in Danzig.

In der Altstadt von Danzig/PL

9. Tag, Danzig – Berlin

Für die Weiterreise nach Berlin wähle ich die nördliche Route über Slupsk und Stettin. Da ich am Morgen früh wegfahre, ist der Verkehr in Danzig noch sehr mässig und der erste Teil der Strecke ist eine gut ausgebaute Autobahn. Bald wird es zu einer normalen Landstrasse und durch die sehr zahlreichen Lastwagen auch ziemlich mühsam zum fahren. Kurz nach Stettin gibt es wieder eine Autobahn und ich komme am Nachmittag noch knapp vor der Rushhour in Berlin an. Dank GPS finde ich mein Hotel in Charlottenburg problemlos und fahre später mit der U-Bahn ins Zentrum der Hauptstadt.

Am Checkpoint Charlie in Berlin

Reichstagsgebäude in Berlin

Brandenburger Tor in Berlin

10. Tag, Berlin

Auch heute ist ein motorradloser Tag angesagt. Ich nehme eine Tageskarte für den öffentlichen Verkehr und fahre mit der S-Bahn zuerst nach Spandau und anschliessend nach Potsdam. Während des Tages regnet es ein paarmal, aber da ich nicht mit dem Motorrad unterwegs bin stört es mich nicht.

Kirche in Spandau

Alexanderplatz in Berlin

Der Fesselballon in Berlin. Leider konnte er an diesem Tag wegen starken Winden nicht fliegen

Gedächtniskirche in Berlin

11. Tag, Berlin – Nürnberg

Ich bin schon früh wach und mache mich um sieben Uhr auf den Weg in Richtung Süden. Bis kurz nach Leipzig nehme ich die Autobahn und mache einen ersten Zwischenstopp zum frühstücken in Weissenfels in Sachsen-Anhalt. Ich habe diesen Ort zufällig ausgewählt, es war aber eine gute Wahl und die kleine Stadt gefällt mir sehr. Von hier fahre ich nur auf kleineren Strassen weiter und vertraue voll auf mein GPS. Weitere Stationen sind Zeitz, Gera, Helmbrechts und Kulmbach, bevor ich am späteren Nachmittag in Nürnberg ankomme. Durch die vielen Zwischenhalte dauert die Fahrt fast neun Stunden, aber es hat sich gelohnt. Ich komme durch Gegenden die ich bis anhin gar nicht kannte und fahre durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern. Bei strahlendem Sonnenschein besichtige ich noch Nürnberg. Auch hier sind zahlreiche Touristen unterwegs, es ist Hauptreisezeit.

In Weissenfels, Sachsen-Anhalt

In Zeitz, Sachsen-Anhalt

Kirche in Gera, Thüringen

Unterwegs in Bayern

Altstadt von Nürnberg

12. Tag, Nürnberg – Freiburg/CH

Heute fahre ich noch früher los. Es ist Freitag und in gewissen Gebieten gehen die Sommerferien zu Ende, ich erwarte also starken Rückreiseverkehr. Ich Gegensatz zu gestern fahre ich aber heute alles auf Autobahnen, zuerst in Richtung Westen bis Walldorf und dann auf der A5 bis Basel. Der Verkehr läuft problemlos, sogar am Zoll vor Basel hat es keinen Stau und am frühen Nachmittag treffe ich zu Hause ein.

Kurzer Halt auf der Autobahn

Nach 3613.7 km wieder zu Hause. Dazu kommen 625 km mit dem Autozug von Feldkirch nach Wien.

© 2019 MAMBOCAT.CH