England, Schottland und Wales – Frühling 2011 – 5 Länder – 4400 km

1. Tag: Freiburg – Lüttich (Liège)

Es ist Samstag und der Verkehr auf der Autobahn nach Basel ist bescheiden. Auf Nationalstrassen geht es über die Vogesen nach Nancy, Metz und weiter nach Luxemburg. Nach dem Mittagessen und einem kurzen Spaziergang in der Stadt fahre ich in Richtung Norden und tanke noch günstiges luxemburgisches Benzin bevor ich nach Belgien einfahre. Am späteren Nachmittag treffe ich in Lüttich ein. Mein Hotel ist am Stadtrand und nach einer kurzen Erholung besichtige ich noch die Stadt. Das Wetter ist ziemlich heiss und viele Leute verbringen den Samstagabend auf den Terrassen der zahlreichen Cafés.

Unterwegs in Frankreich

Am Bahnhof von Luxemburg

Lüttich

2. Tag: Lüttich – Zeebrugge – Hull

Ich fahre frühzeitig los und auf einer fast leeren Autobahn bin ich nach kurzer Zeit in Brüssel. Es sind schon ein paar asiatische Touristen unterwegs, aber sonst ich noch nicht viel los in der Stadt. So kann ich die Grand-Place ohne grossen Andrang besichtigen und nach dem obligaten Foto vor dem Atomium fahre ich gleich weiter nach Brügge. Die Stadt gefällt mir sehr gut, obwohl es zahlreiche (vor allem englische) Touristen hat. Am späteren Nachmittag fahre ich nach Zeebrugge weiter und innert kurzer Zeit bin ich auf der „Pride of York“, meiner Fähre nach Hull. Es sind noch ca. zehn andere Motorräder an Bord, und pünktlich um 19 Uhr geht es los. Meine Kabine ist ziemlich klein aber sehr bequem und ausser einem leichtem Brummen der Motoren merkt man kaum dass sich das Schiff bewegt.

Grand-Place in Brüssel

Atominum in Brüssel

Auf dem Hauptplatz von Brügge

Meine Fähre nach Hull/GB

Auf der Fähre

 

3. Tag: Hull – Edinburgh

Nach einer ruhigen Nacht fährt das Schiffe gegen 8 Uhr in den Hafen von Hull ein. Der Himmel ist fast wolkenlos, dies wird aber das letzte Mal für die nächsten paar Tage der Fall sein. Der Linksverkehr bereitet mir keine Mühe und nach kurzer Zeit bin ich aus Hull raus und fahre auf Landstrassen durch Yorkshire in Richtung Norden. Das heutige Tagesziel ist Edinburgh, und kurz vor Ankunft fängt es zum ersten Mal auf dieser Reise an zu regnen. Dieses Wetter sollte mich leider noch für einige Zeit begleiten. Über das Internet hatte ich eine schöne Wohnung am Hafen von Leith gemietet. Zu Fuss sind es ca. 45 Minuten bis in das Zentrum von Edinburgh, mit dem Bus welcher praktisch vor dem Haus abfährt sind es 10 Minuten. Heute bin ich aber zu Müde und verschiebe die Stadtbesichtigung auf den nächsten Tag.

Unterwegs in Nordengland

Einreise nach Schottland

Imbiss an der Grenze

Klosterruine in Jedburgh

4. Tag: Edinburgh

Dies ist einer der beiden einzigen motorradlosen Tage dieser Reise. Am Vormittag gehe ich zu Fuss in die Stadt, und nachdem ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen habe löse ich eine Tageskarte und fahre mit einem doppenstöckigen Bus durch diverse Quartiere von Edinburgh. Das Wetter ist teils bewölkt, manchmal regnet es kurz und dann scheint wieder die Sonne. Eigentlich so wie ich mir das Wetter in Schottland vorgestellt hatte.

Im Zentrum von Edinburgh

Royal Mile in Edinburgh

Edinburgh

5. Tag: Edinburgh – Inverness

Bei kühlen 12 Grad fahre ich am Morgen in Richtung Norden. Manchmal ist es eine zweispurige Hauptstrasse, dann wieder eine vierspurige Autobahn und der Verkehr ist am Anfang noch ziemlich intensiv. Die Landschaft ist hügelig und sehr grün, ab und zu regnet es leicht. Es sind wenige Ortschaften an dieser Strasse durch das Landesinnere. Am späteren Nachmittag treffe ich in Inverness, der Hauptstadt der Highlands, ein. Es ist ein normaler Wochentag, aber es scheinen viele Leute unterwegs zu sein. Erst beim dritten Versuch klappt es bei der Hotelsuche, am Abend besichtige ich noch die Stadt.

Unterwegs nach Inverness

Am River Ness in Inverness

 

Im Zentrum von Inverness

6. Tag: Inverness – Thurso – Oban

Heute fahre ich in den schönsten Teil Schottlands, den nördlichen Highlands. Immer der Küste entlang geht es auf der A9 in Richtung Norden, bis ich gegen Mittag die kleine Stadt Thurso erreiche. Verschiedene schöne Sandstrände liegen gleich neben der Stadt, leider lädt das Wetter aber nicht zum Sonnenbaden ein. Anfangs sind es kurze Regenschauer und längere trockene Phasen, am Nachmittag wird es aber fast zum Dauerregen mit nur noch kurzen Unterbrüchen. Ich geniesse die Landschaft trotzdem, aber natürlich wäre ich jetzt lieber bei sonnigem Wetter unterwegs. Eigentlich hatte ich vorgesehen, in Thurso zu übernachten, aber die Wetterprognose für den nächsten Tag ist auch nicht besser und so beschliesse ich, weiterzufahren. Über single track roads geht es durch wilde Landschaften wieder in südlicher Richtung, Verkehr hat es zum Glück praktisch keinen. Ich fahre an zahlreichen Lochs (Seen) vorbei und komme schliesslich an der westliche Küste Schottlands an. Bei strömendem regen erreiche ich Oban, einer reizender kleinen Küstenstadt. Von hier fahren zahlreiche Fähren auf die Isle of Mull und auf die äusseren Hebriden. Ich finde ein Zimmer in einem typischen Hotel direkt am Hafen und nach einer kurzen Stadtbesichtigung gehe ich schlafen, die lange Fahrt macht sich bemerkbar.

Kleiner See in Nordschottland

Am Strand von Thurso

In den Highlands

Single track road in den Highlands

Leuchtturm in der Nähe von Thurso

Bei Thurso

Einsamkeit in den Highlands

Castle Stalker in der Grafschaft Argyll

Im Zentrum von Oban

Hafen von Oban

Mein Hotel in Oban

Kiltmaker in Oban

7. Tag: Oban – Chester

Leider hat sich am Morgen das Wetter nicht gebessert, und auch die Aussichten für die nächsten Tage sind schlecht. Schweren Herzens beschliesse ich, Schottland zu verlassen und in das mildere und sonnigere England zu fahren. Die Temperatur ist auf ca. 7 Grad gefallen und ich bin froh um die Heizgriffe. Ich umfahre Glasgow grossräumig und in Gretna verlasse ich Schottland. Bei immer noch starkem Regen geht es auf der dicht befahrenen M6 weiter bis Chester, wo ich in einem Pub gleich bei der Altstadt ein Zimmer finde. Es ist Freitagabend und in der Stadt ist viel los.

Burgruine in den Highlands

Zwischenhalt am See

„Marriage Room“ in Gretna, an der schottischen Grenze

Mein Hotel in Chester

8. Tag: Chester – Salisbury

Nach einem Spaziergang in der Altsstadt von Chester fahre ich weiter nach Wales und durchquere das Land von Norden nach Süden. Es hat aufgehört zu regnen, aber das Wetter ist recht kühl. Weite unbewohnte Landschaften, zahlreiche Schafe und kleine Dörfer prägen das Bild. Die grossen Städte Cardiff und Swansea umfahre ich, der nächste Stopp ist im englischen Bath. Durch die vielen Wochenendurlauber sind die Hotels recht gut besetzt und ich beschliesse, bis Salisbury weiterzufahren. Die imposante Kathedrale und die schmucke Altstadt machen Salisbury zu einem lohnenswerten Tagesziel.

Rathaus von Chester

In der Altstadt von Chester

Hinweis für Motorradfahrer in Wales

Landschaft mit Schafen in Wales

Leere Strassen in Wales

Im Zentrum von Bath

Bath

9. Tag: Salisbury – Canterbury

Endlich wieder ein sonniger Vormittag, gerade recht um den Strand von Bournemouth zu geniessen, welcher ich nach einer kurzen Fahrt erreiche. Die Touristen liegen an er Sonne, und ein paar Mutige wagen sich sogar in das sicher noch kalte Wasser. Als ich am Nachmittag bei den Felsen von Beachy Head ankomme, ist es wieder bedeckt und es weht ein kühler Wind. Weiter geht es über kleine Landstrassen bis nach Canterbury. Viele Touristen besichtigen die Altstadt und die Kathedrale, vor allem zahlreiche Schulklassen aus Frankreich und Deutschland sind in den Strassen anzutreffen.

Salisbury Cathedral

In der Altstadt von Salisbury

Am Strand von Bournemouth

Shoppingstrasse in Bournemouth

Felsen von Beachy Head

10. Tag: Canterbury – London – Canterbury (mit dem Zug)

Heute ist wieder ein motorradloser Tag angesagt. Am Vormittag besteige ich den Schnellzug nach London. Mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 235 km/h dauert die Fahrt weniger als eine Stunde. Nach einem Spaziergang durch das Zentrum fahre ich zurück nach Canterbury und geniesse die schöne Altstadt.

Canterbury Cathedral

Altes Tor in Canterbury

Altstadt von Canterbury

Picadilly Circus in London

Chinatown in London

Schnellzug nach London

11. Tag: Canterbury – Freiburg

Bei strahlendem Sonnenschein geht es am frühen Morgen nach Folkestone zum Eurotunnel-Terminal. Der Zug ist nicht voll besetzt und ich bin der einzige Motorradfahrer. Nach 35 Minuten Fahrt treffen wir in Calais ein, und nach einer kurzen Stadtbesichtigung fahre ich auf der fast leeren Autobahn weiter bis nach Reims. Ich besichtige die Kathedrale, anschliessend geht es ohne längere Pausen auf Nebenstrassen über Besançon und Pontarlier weiter bis nach Freiburg, wo ich kurz vor Mitternacht eintreffe.

Im Eurotunnel

Am Hafen von Calais

Kathedrale von Reims

 

Ein paar Zahlen (alle gemäss GPS):

Total gefahrene Kilometer: 4410
Reine Fahrzeit: 81 Stunden 50 Minuten
Durchschnittsgeschwindigkeit: 53.9 KM/H