Balkanreise – August 2016 – 4595 km

Meine zweite Motorradreise dieses Sommers führt mich wieder einmal in den Balkan, aus meiner Sicht eine der interessantesten Regionen in Europa. August ist vielleicht nicht die beste Jahreszeit, jedenfalls für die Küstenregionen welche recht überfüllt sind.
Wettermässig war es super, immer trocken und nicht allzu heiss. Auf dieser Reise kam kein neues Land hinzu, aber einige Regionen in Montenegro, Mazedonien und Bulgarien hatte ich noch nicht bereist.

1. Tag, Freiburg/CH – Padua/I

Bei strahlendem Sonnenschein fahre ich am Vormittag los und mache eine Fotopause auf der Simplonpasshöhe. Anschliessend geht es kurz vor Mailand auf die Autobahn und gegen vier Uhr treffe ich in Padua ein. Es ist mein erster Besuch und so besichtige ich vor dem Nachtessen die Stadt. Sie gefällt mir sehr gut, und im Vergleich mit anderen italienischen Städten wie Siena oder Pisa hat es erstaunlich wenige Touristen.

Strecke am Tag 1

Auf dem Simplonpass

Blauer Himmel zum Fotostopp auf dem Simplonpass

Im Zentrum von Padua

Palazzo della Ragione, Padua

2. Tag, Padua/I – Metković/HR

Am Morgen fahre ich bei angenehmen Wetterbedingungen und relativ wenig Verkehr auf der Autobahn bis Trieste und durchquere dann einen kleinen Teil Sloweniens und komme noch vor dem Mittag in Kroatien an. Da im August die Küstenregion recht überfüllt und die Hotelpreise entsprechend hoch sind, fahre ich grösstenteils auf der Autobahn in Richtung Süden und komme gegen Abend in Metković an, kurz vor der Grenze zu Bosnien. Sobald man die Küste verlässt, sind die Preise viel günstiger und der Verkehr viel geringer. Ich hatte für diese Reise keine Hotels im Voraus reserviert, finde aber in dieser kleinen Stadt problemlos eine schöne Pension.

Strecke am Tag 2

Fjord bei Sibenik/HR

Brücke bei Sibenik/HR

3. Tag, Metković/HR – Podgorica/MNE

Der Verkehr und die vielen Touristen sind ab jetzt kein Thema mehr, dennoch kommt es an der bosnischen Grenze zu einem kleineren Stau. Ich fahre zuerst nach Mostar, da ich die Stadt aber bereits von einer früheren Reise kenn, bleibe ich nicht lange. Dann geht es über kleine Strassen weiter südöstlich bis ich Bosnien verlasse und nach Montenegro einreise. Dank Schengen sind wir uns in Westeuropa nicht mehr gewohnt, an jedem Grenzübergang kontrolliert zu werden. Hier werden aber zusätzlich zum Pass immer noch die Fahrzeugpapiere und die grüne Versicherungskarte überprüft. Am späteren Nachmittag treffe ich in Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, ein. Ich hatte sie vor drei Jahren schon einmal kurz besucht, hatte aber noch nie hier übernachtet. Die Stadt bietet nicht viele touristischen Attraktionen, dafür aber schöne und preisgünstige Hotels und gutes Essen.

Strecke am Tag 3

Landschaft in Bosnien

Kleines Dorf in Bosnien

See bei Nikšić/MNE

Millenium Brücke in Podgorica/MNE

Uhrturm in Podgorica/MNE

4. Tag, Podgorica/MNE – Tirana/AL

Heute geht es kurz wieder an die Adriaküste zurück. Auch hier sind die Strassen recht voll mit Touristen und so fahre ich gleich weiter nach Albanien. Der erste Halt ist in Shkoder, dann fahre ich auf gut ausgebauten Strassen direkt bis nach Tirana. Es ist meine vierte Reise nach Albanien, aber mein erster Besuch in der Hauptstadt. Nachdem ich im zweiten Anlauf ein Hotel nahe des Zentrums gefunden habe, besichtige ich die Stadt und bin positiv überrascht.

Strecke am Tag 4

Shkoder/AL

Moschee und Uhrturm von Tirana/AL

Skanderbegplatz und Historisches Nationalmuseum in Tirana/AL

Modernes Tirana/AL

5. Tag, Tirana/AL – Ohrid/MK

Die heutige Etappe ist recht bergig und besonders interessant zum fahren. Der landschaftliche Höhepunkt ist die Aussicht auf den Ohridsee, an der Grenze zwischen Albanien und Mazedonien. Wie bereits 2011 übernachte ich wieder in Ohrid, eine der schönsten Städte auf dieser Reise. Es ist Ferienzeit und die Fussgängerzone und die vielen Strassencafés sind voller Urlauber. Viele sind Auslandmazedonier, die ihre Ferien in der Heimat verbringen. Man sieht dies auch an den zahlreichen BMW’s, Audi’s und Mercedes mit Schweizer oder Deutschen Nummernschildern.

Strecke am Tag 5

Albanische Landstrasse

Alte Eisenbahnbrücke in Albanien

Albanisches Dorf am Ohridsee, auf der anderen Seite ist Mazedonien

Treuer Helfer auf der ganzen Reise

Fischerboot am Ohridsee

Ohrid/MK

6. Tag, Ohrid/MK – Sofia/BG

Heute ist für viele Besucher der letzte Ferientag und so ist der Verkehr in Richtung Norden ziemlich intensiv. Zum Glück „rasen“ die meisten Auslandmazedonier bei Kumanovo weiter nach Serbien und so habe ich die Strasse in Richtung Bulgarien fast für mich alleine. Die Landschaft ist sehr schön und es hat nur wenige Städte oder Dörfer. Der Grenzübergang nach Bulgarien liegt in einem bergigen Gebiet und es sind fast keine Autos zu sehen. In Kjustendil, der ersten bulgarischen Stadt auf meinem Weg, will ich Geld wechseln aber finde keine offene Bank oder Wechselstube. Also fahre ich weiter bis Sofia, wo ich problemlos ein schönes Hotel nahe des Zentrums finde. Am Abend sind noch viele Leute in den Parks, Touristen hat es aber nur sehr wenige.

Strecke am Tag 6

Dorf in Westmazedonien

Wenig Verkehr auf mazedonischen Landstrassen

In der Nähe von Kumanovo/MK

An der Grenze Mazedonien – Bulgarien

7. Tag, Sofia/BG – Timisoara/RO

Am frühen Morgen besichtige ich nochmals die bulgarische Hauptstadt. Es ist Sonntag und sie wirkt jetzt wie ausgestorben. Auf gut ausgebauten Landstrassen fahre ich weiter bis Vidin, nahe der rumänischen Grenze. Obwohl Bulgarien und Rumänien Mitglieder der EU sind, dauert der Grenzübergang recht lange. Nach der Überquerung der Donau auf der neuen Brücke bin ich im rumänischen Grenzort Calafat. Als ich in Timisoara eintreffe wird es bereits dunkel, es sind aber immer noch sehr viele Leute auf den Plätzen.

Strecke am Tag 7

Tram in Sofia/BG

Im Zentrum von Sofia/BG

Wachsoldaten in Sofia/BG

Alexander Newski Kathedrale in Sofia/BG

Strassenkreuzung in Bulgarien

Altes Haus bei Montana/BG

8. Tag, Timisoara/RO – Wien/A

Es ist bereits mein vierter Besuch in Timisoara seit 2007, aber ich bin immer wieder begeistert von den schönen Plätzen und Gebäuden. Es ist aus meiner Sicht eine der sehenswertesten Städte in Rumänien und es wurde in den letzten Jahren viel renoviert. Am späteren Vormittag fahre ich in Richtung ungarische Grenze, wo ich das letzte Mal auf dieser Reise den Pass zeigen muss. Da Rumänien noch nicht im Schengenraum ist, wird ziemlich genau kontrolliert. Der Verkehr auf der Autobahn in Richtung Budapest ist recht intensiv und kurz vor der Grenze zu Österreich gibt es noch einen Stau, obwohl es hier keine Grenzkontrollen mehr hat. Am frühen Abend treffe ich im Zentrum Wiens ein.

Timisoara/RO

9. Tag – 11. Tag, Wien/A

Die letzten drei Tage meiner Reise geniesse ich mit Baden und Ausschlafen in Wien und das Motorrad hat auch eine Ruhepause verdient. Wie bereits auf der ganzen Reise ist das Wetter auch hier perfekt.

Donau City, Wien

12. Tag, Wien/A – Freiburg/CH

Für die letzten drei Nächte hatte ich ein Studio in Donau City gemietet. Praktisch vor dem Haus fahre ich auf die Autobahn und werde sie erst wieder in Freiburg verlassen. Die Heimreise verläuft problemlos, sogar der befürchtete Stau am Gubristtunnel bei Zürich hat sich bei meiner Durchfahrt bereits aufgelöst und ich treffe am späteren Abend zu Hause ein. Obwohl ich während dieser Reise (ausser den drei Tagen in Wien) täglich zwischen sieben und elf Stunden gefahren bin hatte ich nie das Gefühl, dass es zu viel sei. Die abwechslungsreichen Landschaften und das sehr angenehme Wetter haben viel dazu beigetragen und es wird sicher nicht meine letzte Reise in den Balkan sein.

Letzter Reisetag

 

Ein paar Zahlen (alle gemäss GPS):

Total gefahrene Kilometer: 4595
Reine Fahrzeit: 63 Stunden 16 Minuten
Durchschnittsgeschwindigkeit: 72.6 KM/H
Verbrauch: 4.8 L/100 km